Polnische UNESCO-Liste
In Polen gibt es 13 Objekte, die auf der UNESCO-Liste des Weltkultur- und Naturerbes erfasst sind. Es sind Stadtteile, Klöster, ein Schloss, das Vernichtungslager Auschwitz, ein Urwald und technisches Denkmal. Es ist schwer festzustellen, welches von diesen Objekten die größte Einzigartigkeit darstellt. Man kann jedoch sicher sein, dass jedes Denkmal ein einzigartiger Schatz der polnischen Erbe und Kultur ist.
1978 umfaste die erste Liste der UNESCO nur die 12 wertvollsten Objekte der Welt. Darunter bafand sich auch Kraków. Nicht nur Altstadt sondern auch Wawel und Kaziemierz erhielten damals die hoch angesehene Auszeichnung. Insgesamt war es 3000 Objekte. Das Herz der Stadt ist Hauptstadt-dder größte mittelalterliche Platz Europas. Hier pulsiert das Leben. Der Markt ist ein Lieblingsort von Künstlern und Studenten. Am und um den Hauptmarkt liegen mehrere Sehenswürdigkeiten, dazu gehören die Sukiennice(Tuchhallen) mit Souvenirläden, Kościół Mariacki(Marienkirche) mit dem berühmten Hochaltar von Wit Stwosz und dem Trompetensignal”Hejnał”. Die Altstadt umgibt Planty-Grünanlage,die an Anstelle der Stadtmauern entstand. Auf der UNESCO-Liste steht auch neben der Altstadt das Königsschloss. Hier residierten die polnischen Herrscher im X-XVI Jh. Das mehrmals umgebaute Schloss ist eine Mischung verschiedener Baustile: Romanik, Gotik und vor allem Renaissance. Auf dem Krakauer Schloss gibt es weltweit größte und wertvollste Sammlung von Gobelins. Auf der Liste steht auch Kazimierz, der im XV Jh. entstandene jüdische Stadtteil, der einst eine eigenständige Stadt war. Neben Józefów ist Kazimierz weltweit die größte und wertvollste historische Komplex der jüdischen Sehenswürdigkeiten u.a. jüdischer Friedhof und Synagogen.
Es ist das älteste noch in Betrieb befindliche Salzbergwerk der Welt. Auf die UNESCO Liste wurde es im Jahre 1978 als zweites polnisches Objekt aufgenommen. Seit dem 13. Jh. wird hier ununterbrochen Salz gefördert. Das Bergwerk ist ein Labyrinth unterirdischer Gänge und Kammern, mit einer Länge von 350 Kilometern. Zur Besichtigung sind 2 km freigegeben. Es gibt Seen und Kapellen mit Salzskulpturen, Flachreliefs und Kronleuchtern. Besonders schön ist die 54 m lange Kapelle der Hl. Kinga. In der Grube gibt es auch eine unterirdische Post, ein Restaurant, ein Kino und sogar einen Tennisplatz. In den riesigen Kammern finden Konzerte, Theateraufführungen und Bälle statt. Da die hiesige Luft heilende Eigenschaften aufweist, wurde auf der 5. Ebene (211 m unter der Erde) ein Sanatorium eingerichtet, in dem Allergien und Asthma behandelt werden.
Das Konzentrationslager Ausschwitz-Birkenau war das größte Vernichtungslager während der Zeit des Nationalsozialismus. Es entstand im Jahre 1940 und befand sich nahe der Stadt Ausschwitz (Oświęcim)1940-45 haben die Deutschen hier 1,1-1,5 Mio. Juden, Polen, Roma und Russen ermordet. Eine Milion davon waren Juden. Die meisten Opfer kamen in Auschwitz-Birkenau mit dem Zug an, oft nach tagelangen Reisen in Viehwagons. Die Deportierten wurden direkt nach ihrer Ankunft in den Gaskammern ermordet. Meistens wurde erst eine so genannten Selektion durchgeführt. Die Gefangenen wurden entweder zur Arbeit oder zur Teilnahme an den medizinischen Eksperimenten gezwungen. Die Häftlinge wurden geschoren und registriert. Meist wurde ihnen auf dem linken Unterarm die Häftlingsnummer eintätowiert. Am Tor des Stammlagers Auschwitz befindet sich der zynische Schriftzug „Arbeit macht frei”.Ursprünglich wurden die Konzentrationslager für die Schwerstarbeit vorgesehen. Die Misshandlungen, die Unterernährung und Schwerstarbeit sollten zu der Vernichtung der Inhaftierten führen. Die Häftlinge wohnten in den Ziegelbauten. Einen erschüttenden Eindruck hinterlassen die Ausstellungen in den Gefängnisblocks. Hier werden die Gegenstände gezeigt, die den Häftlingen und den Ermordeten geraubt worden sind.
Brzezinka war vor allem die größte Vernichtungslager, in dem über 1 mio. Menschen ums leben gekommen sind. Die Inhaftierten itten Not und Elend, sie wurden erniedrigt und vergast. Ihre leichen wurden im krematorium verbrannt. Das Konzentrationslager Auschwitz Birkenau besucht jährlich mehrere tausend Menschen. Die Besichtigung dauert minimal 1,5 Stunde.
Puszcza Białowieska z Bałowieskim Parkiem Narodowym
Auf der UNESCO-Liste steht auch der Urwald von Białowieża (Puszcza Białowieska). Der Białowieża-Urwald ist auf beiden Seiten der polnisch-weissrussischen Grenze. Er ist das größte natürliche Waldgebiet in Europa und das letzte Fragment eines Urwalds, der einst ganz Mitteleuropa bedeckte. Die Geländefläche beträgt über 150 000 Hektar, davon 62 000 Hektar auf der polnischen Seite. Es kommen 26 Baumarten, deren Alter bei 130 Jahren liegt. Charakteristisch für den Nationalpark sind die vielen abgestorbenen Bäume. Es kommt oft vor, dass die Bäume solche Form einnehmen, die niergends anzutreffen ist. Die Linde ähnelt der Eiche, die Weiden sin 22 meter hoch, „Dąb Cara” ist 42 m hoch und 224 cm dick. Der bekannteste Bewohner ist hier der Wisent, das größte europäische Säugtier. Gegenwärtig leben im Urwald über 300 Exemplare. Insgesamt gibt es in Polen 600 Wisente. Die Fauna im Białowieża-Park umfasst 12 000 Tierarten. Man schätzt aber, dass nur 50% der Fauna erkannt wurde.
In der nicht großen Warschauer Stare Miasto (Altstadt) gibt es die wertvollsten Sehenswürdigkeiten: die Sigismundsäule auf dem Schlossplatz (Kolumna Zygmunta na Zamku Królewskim) und der Hauptmarkt mit den Bürgehäusern. Wenn man die Stadt heute sieht, ist es kaum zu glauben, dass vor 70 Jahren dort nur die Ruinen waren. Die Stadt wurde zum Ende des Zweiten Weltkrieges fast dem Erdboden gleichgemacht nur 15% des historischen Zentrums Warschaus überstand. Die bombardierten und gesprengten Sehenswürdigkeiten in der Altstadt wurden schon in den ersten Nachkriegsjahren sorgfältig aufgebaut. Die Warschauer Altstadt wurde als Beispiel des detailgetreuen Rekonstruktion eines ganzen Stadtzentrums auf die UNESCI-Liste gesetzt. Dabei nutzte man die Mauerüberreste. Damals war es die erste großgelegte Rekonstruktion der Welt.
Eine Perle der Renaissance, Padua des Nordens, eine Stadt-Festung- diese gegenwärtig genutzte Begriffe sind teilweise eine Wiederspiegelung des alten Zamość. Die Stadt entstand auf Wunsch des gut ausgebildeten Kunstkenner Jan Zamoyski, der auch zu den reichsten Menschen in der Weltgeschichte gehörte. Um seine Träume von der italienischen Konzeption der „idealen Stadt”zu verwirklichen, lud er den italienische Architekten Bernard Morando. So entstand einer der schönsten architektonischen Kompleksen. Hierzu gehören: 3 Märkte, die Akademie, das Rathaus, die Kollegiatskirche und die Bürgerhäuser. Charakteristisch für Morando war die Mischung unterschiedlicher Kunststillen. Die Lokalkunst wurde mit der italienischen, niderländischen und armenischen Architektur verbunden. Mit der Zeit wurde aus Zamość eine nicht eroberte Festung gemacht, zu der die sieben mit den Mauern verbundenen Bastionen gehörten.
In der Architekturgeschichte ist Toruń für die an der rechten Seite der Weichsel liegende Altstadt bekannt, deren Plan seit über 700 Jahren unverändert bleibt. Auf dem mittelalterlichen Altmarkt und den anliegenden Straßen befinden sich viele gotischen Sehenswürdigkeiten. Die größte Aufmerksamkeit erregt der Schiefe Turm (Krzywa Wieża). Hier gibt es auch die größte Sammlung der Gebäude und Denkmäler im Stil der Backsteingotik. Die schönsten Gebäude verdankt Toruń dem Deutschen Orden, der hier über 200 Jahre regiert. Sein Sitz in Torun war die Kreuzritterburg, die in Form des Hufeisens entworfen wurde. Die Burg überstand leider nicht . Die Bürger zerstörten sie nach dem Dreizehnjährigen Krieg. Nicht nur die Schlossruinen sondern auch das mächtige Rathaus, das eine der interessantesten und hervorragenden Errungenschaften der gotischen Architektur in Mitteleuropa ist, verdient die Beachtung in der Stadt.. Bemerkenswert sind auch die monumentalen, gotischen Kirchen: die Marienkirche, Thorner Dom der Hl. Johannes des Täufers und Evangelisten, die Jakobskirche und Nikolaikirche.
Charakteristisch für die Architektur ist das Baumaterial. Vorwiegende Sehenswürdigkeitszahl in Toruń-die Kirchen, die Bürgerhäuser und die Mauer- wurden aus Stein gebaut. Weil die Stadt nach dem Zweiten Weltkrieg erhalten blieb, kann man bis heute Toruń im Stil der mittelalterlichen Backsteingotik bewundern. Gegenwärtig ist Toruń vor allem auch für Mikołaj Kopernik, den berühmten Astronomen bekannt. Den Kinder schmecken über alles die Thorner Lebkuchen.
Die Marienburg ist der größte Backsteinbau der Welt und zugleich auch die mächtigste,gotische Festung Europas-sie in eine Perle der Architektur. Jährlich besichtigt die Burg über 500 000 Touristen.
Die Marienburg wurde im XIII Jh. errichtet. 1309 wurde die Hauptfestung und Hauptsitz des Hochmeisters von Venedig nach Malbork verlegt. Damals unterlag das Gebäde den bedeutenden Veränderungen. Im XVIII Jh. sollte die frei umgebaute Burg ein Abbruchreifehaus sein. Die Burg litt sehr unter den Kriegshandlungen. Die Bebauung wurde bis zu 50 Prozent zerstört. Die beeindruckende Festung ist vorwiegend die Rekonstruktion der alten, gotischen Voraussetzung. Die ganze Zeit wird sie aufgebaut.
Diese mittelalterliche Burganlage lässt sich in drei großen Baugliedern mit eigenen Wehranlagen und Fortifikationen gliedern: das Vorschloss, das Mittelschloss und das Hochschloss. Der bedeutendste Gebäudeteil des Mittelschlosses ist wohl der Hochmeisterpalast. Der vollendete Profanbau gilt als die hervorragendste Errungenschaft der gotischen Architektur.Die Liebhaber der schönen Panorama der Marienburg haben die Möglichkeit die von der westlichen Seite, imposante Marienburg bewundern. Empfehlenswert ist auch die Teilnahme an der jährlich in der zweiten Julihälfte stattfindenden Hauptveranstaltung „die Belagerung der Marienburg”- sie knüpft an geschichtliche Tatsachen an,als nach der siegreichen Schlacht bei Tannenberg der König Jagiełło auf die Marienburg zurückte. Während der Veranstaltung pulsiert das Leben- hier ist ein Treffpunkt der besten europäischen Rittern und die Touristen können durch die mittelalterlichen Stände bummeln gehen.
Vierzigkilometer südwestlich von Kraków liegt in Kalwaria Zebrzydowska das zweitgrößte Marienheiligentum Polens mit dem nachgebauten Kreuzweg von Jerusalem. Kalwaria Zebrzydowska verdankt ihre Gründung dem Krakuaer Woiwoden, Mikołaj Zebrzydowski. Er erkannte eine Aehnlichkeit zwischen seinen Ländereien und der Topographie Jerusalems. Betreut wurde es von den Bernardhinern, für die auch die Kirche und das Kloster entstanden. 42 Kapellen und Kirchen,die die Topographiee Jerusalems wiederspiegeln, liegen auf den umliegenden Hügeln.Die symbolischen Kultstätten sind zur Passion Jesu Christi und zum Leben der Jungfrau Maria eingegliedert. Diese Wahlfahrtstätte ist das wichtigste Ziel der polnischen Pilgern. Jährlich besuchen die Stadt über eine Milion Gläubigern. Sie beten nicht nur auf den schonerwähnten Stätten. Sie bewundern auch das Bild der Gottesmutter Marija, das in der Kapele der Bernhardinern sich befindet. Hier erhält man dieselbe Ablässe und Gnade wie in Jerusalem. Zu den bekanntesten Pilgern gehörte Jan Paweł II, für den das Sanktuarium der beliebteste Platz war um das Gebet zu sprechen. Zu Ostern finden in Kalwaria die größten Passionsfestspiele statt, an denen 100 000 Menschen teilnimmt.
Die in Schlesien errichtete Kirchen gehören zu den größten Fachwerkkirchen Europas. Auf der Grundlage des Westfällischen Friedens, der den Dreißigjährigen Krieg beendete, wurde Keiser Ferdinand III von den Schweden verpflichtet, sein Einverständnis für den Bau der drei Kirchen zu erklären. Als Baumaterialien konnte nur Holz, Sand, Ton und Stroh verwendet werden, die Bauzeit durfte ein Jahr nicht überschreiten. Auch ein Kirchturm und Glocken waren untersagt. Aus den drei von den Lutheranen errichteten Kirchen sind nur zwei überstanden. Die Kirche in Głogów ist im XVIII Jh. niedergebrannt.
Die Protestanten haben einen besten Ausweg gefunden. Der Architekt aus Wrocław entwurf eine der größten Fachwerkkirchen der Welt. Der Grundstein für den Bau der beiden Fachwerkkirchen wurde im Jahre 1654 (Jawor) und 1656 (Świdnica) gelegt,geweiht wurden die Kirchen entsprechend 1655 und 1658. Auf einer Fläche von 1090m2 passten in Świdnica 75000 Menschen in die Kirche. In Jawor finden die 5500 Menschen in der Kirche auf der Oberflache von 1180 m2. Ein Gebet kann man auf vielen Etagen sprechen. Die Innenausstatung ist sehr prächtich. Den Beitrag zu der Entstehung der Ornamenten, der schlesischen Wappen und Darstellungen der biblischer Szenen und des Adellebens waren Christoph Kalicki, Christian Süßenbach (Świdnica) und Georg Flegel(Jawor). Bis heute sind die Kirchen in Jawor und Świdnica das Eigentum der protestantischen Gemeinde. Besonders lohnt es sich, die Kirche zu besuchen, wenn die Orgel erklingen. Seit 2000 wird jährlich ein Bach-Festival veranstaltet.
Die Route der Holzarchitektur ist eine 1500 km lange Strecke. Bemerkenswert ist hier der Holzkirchenkomplex. Nach den norwegischen Stabkirchen sind sie die zweitältesten Kirchen ihrer Art Europas.(teilweise stammen sie aus dem XIV Jh) Charakteristisch ist hier die Blokkonstruktion. UNESCO zeichnete folgende Kirchen aus: Pfarrkirche des Erzengels Michael in Binarowa und Allerheiligen-Pfarrkirche in Blizne mit der wertvollen Ausstattung und der inneren Polychromie; die gotische Pfarrkirche des Erzengels Michael in Dębno Podhalańskie, Filialkirche Mariä Himmelfahrt in Haczów (das größte, gotische Gotteshaus Europas), Friedhofskirche St. Leonard in Lipnica Murowana und Filialkirche St. Philippus und Jakobus in Sekowa (benannt eine Perle von Beskid Niski, nach landläufiger meinung die schönste Kirche in Kleinpolen)
Er ist der größte Landschaftspark Zentraleuropas im englischen Stil auf der Oberfläche von 5,45 km2 und gilt als die größte und bekannteste Errungenschaft der Architektur Europas im XIX Jh. Beide Teile, der in Deutschland und der in Polen gelegene, sind durch eine Brücke über die Neiße miteinander verbunden. Aud der deutschen Seite gibt es 200 ha( auch Das Zentrum der parkanlage in Bad Muskau), 800 Hektar gehört zu der polnischen Gemeinde Łęknica. Die endlose Wiesen, die herrlichen Seen und Flüsse, verschlungene Wege scheinen von der Natur gestaltet zu werden. In der Wirklichkeit iast es ein Meisterstück, das von dem deutschen Fürtsen Hermann von Pückler-Muskau errichtet wurde. Er hatte vor, die Natur, die Kultur und Technik in Einklang zu bringen. Er pflanzte die 800 000 Bäume und 42 000 Sträucher an. Um das Geld zu gewinnen, verheiratete er die ältere, reiche Frau. Endlich lässt er sich scheiden. Als er schon am Rande des Bankrotts stand, wurde er gezwungen, die Parkanlage zu veräußern. Der neue Besitzer vergrößerte den Park und die anderen. Fürst pückler-Muskaus nachfolgende Besitzer der Standesherrschaft haben dazu beigetragen, dass 241 ha des Hauptparks zum Naturschutzgebiet erklärt worden ist.
Das Breslauer Bauwerk, ein Beispiel der Pionierleistungen des Stahlbetonbaus und der Architektur des 20. Jahrhunderts, ist bis jetzt das jüngste polnische Baudenkmal, das es auf der Weltkulturerbeliste gibt. Die Halle zählt knapp 100 Jahre, aber trotzdem ist sie in der Elitegruppe, neben solchen Bauwerken wie die ägyptischen Pyramiden oder monumentale mittelalterliche Burge. Sie wird für das Spitzenbeispiel des Modernismus in Architektur gehalten. Schon am Anfang ihrer Entstehung ist sie berühmt geworden, vor allem dank der Verwendung von Stahlbetonkonstruktion bei ihrem Bau. Das war damals, am Anfang des 20. Jahrhunderts, eine innovative Lösung. Die Halle ist einer der Wendepunkte in Geschichte der Stahlverwendung zur Verstärkung von Baustrukturen.
Die Geschichte ihrer Entstehung hängt zusammen mit dem 100. Jubiläum des Aufrufs An mein Volk, den der preußische König Friedrich Wilhelm III in Breslau herausgegeben hat. Er hat zum allgemeinen Widerstand gegen Napoleon aufgerufen. Man hat beschlossen, dieses Jubiläum mit einer großen Jahrhundertausstellung zu feiern, die die Geschichte und wirtschaftliche Errungenschaften Schlesiens präsentieren sollte. Sie sollte in einem ausgezeichneten Stadtpunkt stattfinden, am Rande des Scheitniger Parks (Park Szczytnicki) und in der Nähe vom Zoologischen Garten. Die Stadt wollte häufiger große Ausstellungen, Messen, kulturelle und Sportveranstaltungen organisieren, deshalb hat man nach einem dazu geeigneten Platz gesucht und man hat einen Wettbewerb für die Einrichtung dieses Geländes ausgeschrieben, in dem aus insgesamt 43 eingebrachten Projekten nur das von dem Breslauer Architekten Stadtbaurat Max Berg akzeptiert worden ist. Dieses kostspielige, originelle und kontoverse Projekt hat sich als das beste erwiesen, obwohl es schon bei den ersten Präsentationen von den Konkurrenten scharf kritisiert worden ist. Trotz dieser Widrigkeiten hat man im Juni 1911 das offizielle Bauerlaubnis erlassen. Die feierliche Eröffnung der Jahrhundertausstellung war im Mai 1913. Zum Zeitpunkt der Fertigstellung der Halle hatte sie das Stahlbetondach mit der weltweit größten Spannweite. Bis heute bedeckt sie die Kuppel von 67 m Durchmesser. Die Halle hat den zweiten Weltkrieg ohne beachtliche Beschädigungen überstanden. Heute finden dort Messen, große Opernaufführungen, Konzerte und Sportveranstaltungen statt.
Historisches Zentrum von Kraków, 1978
1978 umfaste die erste Liste der UNESCO nur die 12 wertvollsten Objekte der Welt. Darunter bafand sich auch Kraków. Nicht nur Altstadt sondern auch Wawel und Kaziemierz erhielten damals die hoch angesehene Auszeichnung. Insgesamt war es 3000 Objekte. Das Herz der Stadt ist Hauptstadt-dder größte mittelalterliche Platz Europas. Hier pulsiert das Leben. Der Markt ist ein Lieblingsort von Künstlern und Studenten. Am und um den Hauptmarkt liegen mehrere Sehenswürdigkeiten, dazu gehören die Sukiennice(Tuchhallen) mit Souvenirläden, Kościół Mariacki(Marienkirche) mit dem berühmten Hochaltar von Wit Stwosz und dem Trompetensignal”Hejnał”. Die Altstadt umgibt Planty-Grünanlage,die an Anstelle der Stadtmauern entstand. Auf der UNESCO-Liste steht auch neben der Altstadt das Königsschloss. Hier residierten die polnischen Herrscher im X-XVI Jh. Das mehrmals umgebaute Schloss ist eine Mischung verschiedener Baustile: Romanik, Gotik und vor allem Renaissance. Auf dem Krakauer Schloss gibt es weltweit größte und wertvollste Sammlung von Gobelins. Auf der Liste steht auch Kazimierz, der im XV Jh. entstandene jüdische Stadtteil, der einst eine eigenständige Stadt war. Neben Józefów ist Kazimierz weltweit die größte und wertvollste historische Komplex der jüdischen Sehenswürdigkeiten u.a. jüdischer Friedhof und Synagogen.
Wieliczka, 1978
Es ist das älteste noch in Betrieb befindliche Salzbergwerk der Welt. Auf die UNESCO Liste wurde es im Jahre 1978 als zweites polnisches Objekt aufgenommen. Seit dem 13. Jh. wird hier ununterbrochen Salz gefördert. Das Bergwerk ist ein Labyrinth unterirdischer Gänge und Kammern, mit einer Länge von 350 Kilometern. Zur Besichtigung sind 2 km freigegeben. Es gibt Seen und Kapellen mit Salzskulpturen, Flachreliefs und Kronleuchtern. Besonders schön ist die 54 m lange Kapelle der Hl. Kinga. In der Grube gibt es auch eine unterirdische Post, ein Restaurant, ein Kino und sogar einen Tennisplatz. In den riesigen Kammern finden Konzerte, Theateraufführungen und Bälle statt. Da die hiesige Luft heilende Eigenschaften aufweist, wurde auf der 5. Ebene (211 m unter der Erde) ein Sanatorium eingerichtet, in dem Allergien und Asthma behandelt werden.
Auschwitz-Birkenau (Oświęcim-Brzezinka), 1979
Das Konzentrationslager Ausschwitz-Birkenau war das größte Vernichtungslager während der Zeit des Nationalsozialismus. Es entstand im Jahre 1940 und befand sich nahe der Stadt Ausschwitz (Oświęcim)1940-45 haben die Deutschen hier 1,1-1,5 Mio. Juden, Polen, Roma und Russen ermordet. Eine Milion davon waren Juden. Die meisten Opfer kamen in Auschwitz-Birkenau mit dem Zug an, oft nach tagelangen Reisen in Viehwagons. Die Deportierten wurden direkt nach ihrer Ankunft in den Gaskammern ermordet. Meistens wurde erst eine so genannten Selektion durchgeführt. Die Gefangenen wurden entweder zur Arbeit oder zur Teilnahme an den medizinischen Eksperimenten gezwungen. Die Häftlinge wurden geschoren und registriert. Meist wurde ihnen auf dem linken Unterarm die Häftlingsnummer eintätowiert. Am Tor des Stammlagers Auschwitz befindet sich der zynische Schriftzug „Arbeit macht frei”.Ursprünglich wurden die Konzentrationslager für die Schwerstarbeit vorgesehen. Die Misshandlungen, die Unterernährung und Schwerstarbeit sollten zu der Vernichtung der Inhaftierten führen. Die Häftlinge wohnten in den Ziegelbauten. Einen erschüttenden Eindruck hinterlassen die Ausstellungen in den Gefängnisblocks. Hier werden die Gegenstände gezeigt, die den Häftlingen und den Ermordeten geraubt worden sind.
Brzezinka war vor allem die größte Vernichtungslager, in dem über 1 mio. Menschen ums leben gekommen sind. Die Inhaftierten itten Not und Elend, sie wurden erniedrigt und vergast. Ihre leichen wurden im krematorium verbrannt. Das Konzentrationslager Auschwitz Birkenau besucht jährlich mehrere tausend Menschen. Die Besichtigung dauert minimal 1,5 Stunde.
Puszcza Białowieska z Bałowieskim Parkiem Narodowym
Auf der UNESCO-Liste steht auch der Urwald von Białowieża (Puszcza Białowieska). Der Białowieża-Urwald ist auf beiden Seiten der polnisch-weissrussischen Grenze. Er ist das größte natürliche Waldgebiet in Europa und das letzte Fragment eines Urwalds, der einst ganz Mitteleuropa bedeckte. Die Geländefläche beträgt über 150 000 Hektar, davon 62 000 Hektar auf der polnischen Seite. Es kommen 26 Baumarten, deren Alter bei 130 Jahren liegt. Charakteristisch für den Nationalpark sind die vielen abgestorbenen Bäume. Es kommt oft vor, dass die Bäume solche Form einnehmen, die niergends anzutreffen ist. Die Linde ähnelt der Eiche, die Weiden sin 22 meter hoch, „Dąb Cara” ist 42 m hoch und 224 cm dick. Der bekannteste Bewohner ist hier der Wisent, das größte europäische Säugtier. Gegenwärtig leben im Urwald über 300 Exemplare. Insgesamt gibt es in Polen 600 Wisente. Die Fauna im Białowieża-Park umfasst 12 000 Tierarten. Man schätzt aber, dass nur 50% der Fauna erkannt wurde.
Das historische Zentrum von Warszawa,1980
In der nicht großen Warschauer Stare Miasto (Altstadt) gibt es die wertvollsten Sehenswürdigkeiten: die Sigismundsäule auf dem Schlossplatz (Kolumna Zygmunta na Zamku Królewskim) und der Hauptmarkt mit den Bürgehäusern. Wenn man die Stadt heute sieht, ist es kaum zu glauben, dass vor 70 Jahren dort nur die Ruinen waren. Die Stadt wurde zum Ende des Zweiten Weltkrieges fast dem Erdboden gleichgemacht nur 15% des historischen Zentrums Warschaus überstand. Die bombardierten und gesprengten Sehenswürdigkeiten in der Altstadt wurden schon in den ersten Nachkriegsjahren sorgfältig aufgebaut. Die Warschauer Altstadt wurde als Beispiel des detailgetreuen Rekonstruktion eines ganzen Stadtzentrums auf die UNESCI-Liste gesetzt. Dabei nutzte man die Mauerüberreste. Damals war es die erste großgelegte Rekonstruktion der Welt.
Altstadt in Zamość, 1992
Eine Perle der Renaissance, Padua des Nordens, eine Stadt-Festung- diese gegenwärtig genutzte Begriffe sind teilweise eine Wiederspiegelung des alten Zamość. Die Stadt entstand auf Wunsch des gut ausgebildeten Kunstkenner Jan Zamoyski, der auch zu den reichsten Menschen in der Weltgeschichte gehörte. Um seine Träume von der italienischen Konzeption der „idealen Stadt”zu verwirklichen, lud er den italienische Architekten Bernard Morando. So entstand einer der schönsten architektonischen Kompleksen. Hierzu gehören: 3 Märkte, die Akademie, das Rathaus, die Kollegiatskirche und die Bürgerhäuser. Charakteristisch für Morando war die Mischung unterschiedlicher Kunststillen. Die Lokalkunst wurde mit der italienischen, niderländischen und armenischen Architektur verbunden. Mit der Zeit wurde aus Zamość eine nicht eroberte Festung gemacht, zu der die sieben mit den Mauern verbundenen Bastionen gehörten.
Mittelalterliche Stadt Toruń, 1997
In der Architekturgeschichte ist Toruń für die an der rechten Seite der Weichsel liegende Altstadt bekannt, deren Plan seit über 700 Jahren unverändert bleibt. Auf dem mittelalterlichen Altmarkt und den anliegenden Straßen befinden sich viele gotischen Sehenswürdigkeiten. Die größte Aufmerksamkeit erregt der Schiefe Turm (Krzywa Wieża). Hier gibt es auch die größte Sammlung der Gebäude und Denkmäler im Stil der Backsteingotik. Die schönsten Gebäude verdankt Toruń dem Deutschen Orden, der hier über 200 Jahre regiert. Sein Sitz in Torun war die Kreuzritterburg, die in Form des Hufeisens entworfen wurde. Die Burg überstand leider nicht . Die Bürger zerstörten sie nach dem Dreizehnjährigen Krieg. Nicht nur die Schlossruinen sondern auch das mächtige Rathaus, das eine der interessantesten und hervorragenden Errungenschaften der gotischen Architektur in Mitteleuropa ist, verdient die Beachtung in der Stadt.. Bemerkenswert sind auch die monumentalen, gotischen Kirchen: die Marienkirche, Thorner Dom der Hl. Johannes des Täufers und Evangelisten, die Jakobskirche und Nikolaikirche.
Charakteristisch für die Architektur ist das Baumaterial. Vorwiegende Sehenswürdigkeitszahl in Toruń-die Kirchen, die Bürgerhäuser und die Mauer- wurden aus Stein gebaut. Weil die Stadt nach dem Zweiten Weltkrieg erhalten blieb, kann man bis heute Toruń im Stil der mittelalterlichen Backsteingotik bewundern. Gegenwärtig ist Toruń vor allem auch für Mikołaj Kopernik, den berühmten Astronomen bekannt. Den Kinder schmecken über alles die Thorner Lebkuchen.
Marienburg,1997
Die Marienburg ist der größte Backsteinbau der Welt und zugleich auch die mächtigste,gotische Festung Europas-sie in eine Perle der Architektur. Jährlich besichtigt die Burg über 500 000 Touristen.
Die Marienburg wurde im XIII Jh. errichtet. 1309 wurde die Hauptfestung und Hauptsitz des Hochmeisters von Venedig nach Malbork verlegt. Damals unterlag das Gebäde den bedeutenden Veränderungen. Im XVIII Jh. sollte die frei umgebaute Burg ein Abbruchreifehaus sein. Die Burg litt sehr unter den Kriegshandlungen. Die Bebauung wurde bis zu 50 Prozent zerstört. Die beeindruckende Festung ist vorwiegend die Rekonstruktion der alten, gotischen Voraussetzung. Die ganze Zeit wird sie aufgebaut.
Diese mittelalterliche Burganlage lässt sich in drei großen Baugliedern mit eigenen Wehranlagen und Fortifikationen gliedern: das Vorschloss, das Mittelschloss und das Hochschloss. Der bedeutendste Gebäudeteil des Mittelschlosses ist wohl der Hochmeisterpalast. Der vollendete Profanbau gilt als die hervorragendste Errungenschaft der gotischen Architektur.Die Liebhaber der schönen Panorama der Marienburg haben die Möglichkeit die von der westlichen Seite, imposante Marienburg bewundern. Empfehlenswert ist auch die Teilnahme an der jährlich in der zweiten Julihälfte stattfindenden Hauptveranstaltung „die Belagerung der Marienburg”- sie knüpft an geschichtliche Tatsachen an,als nach der siegreichen Schlacht bei Tannenberg der König Jagiełło auf die Marienburg zurückte. Während der Veranstaltung pulsiert das Leben- hier ist ein Treffpunkt der besten europäischen Rittern und die Touristen können durch die mittelalterlichen Stände bummeln gehen.
Kalwaria Zebrzydowska, 1999
Vierzigkilometer südwestlich von Kraków liegt in Kalwaria Zebrzydowska das zweitgrößte Marienheiligentum Polens mit dem nachgebauten Kreuzweg von Jerusalem. Kalwaria Zebrzydowska verdankt ihre Gründung dem Krakuaer Woiwoden, Mikołaj Zebrzydowski. Er erkannte eine Aehnlichkeit zwischen seinen Ländereien und der Topographie Jerusalems. Betreut wurde es von den Bernardhinern, für die auch die Kirche und das Kloster entstanden. 42 Kapellen und Kirchen,die die Topographiee Jerusalems wiederspiegeln, liegen auf den umliegenden Hügeln.Die symbolischen Kultstätten sind zur Passion Jesu Christi und zum Leben der Jungfrau Maria eingegliedert. Diese Wahlfahrtstätte ist das wichtigste Ziel der polnischen Pilgern. Jährlich besuchen die Stadt über eine Milion Gläubigern. Sie beten nicht nur auf den schonerwähnten Stätten. Sie bewundern auch das Bild der Gottesmutter Marija, das in der Kapele der Bernhardinern sich befindet. Hier erhält man dieselbe Ablässe und Gnade wie in Jerusalem. Zu den bekanntesten Pilgern gehörte Jan Paweł II, für den das Sanktuarium der beliebteste Platz war um das Gebet zu sprechen. Zu Ostern finden in Kalwaria die größten Passionsfestspiele statt, an denen 100 000 Menschen teilnimmt.
Friedenskirchen in Świdnica und Jaworze, 2001
Die in Schlesien errichtete Kirchen gehören zu den größten Fachwerkkirchen Europas. Auf der Grundlage des Westfällischen Friedens, der den Dreißigjährigen Krieg beendete, wurde Keiser Ferdinand III von den Schweden verpflichtet, sein Einverständnis für den Bau der drei Kirchen zu erklären. Als Baumaterialien konnte nur Holz, Sand, Ton und Stroh verwendet werden, die Bauzeit durfte ein Jahr nicht überschreiten. Auch ein Kirchturm und Glocken waren untersagt. Aus den drei von den Lutheranen errichteten Kirchen sind nur zwei überstanden. Die Kirche in Głogów ist im XVIII Jh. niedergebrannt.
Die Protestanten haben einen besten Ausweg gefunden. Der Architekt aus Wrocław entwurf eine der größten Fachwerkkirchen der Welt. Der Grundstein für den Bau der beiden Fachwerkkirchen wurde im Jahre 1654 (Jawor) und 1656 (Świdnica) gelegt,geweiht wurden die Kirchen entsprechend 1655 und 1658. Auf einer Fläche von 1090m2 passten in Świdnica 75000 Menschen in die Kirche. In Jawor finden die 5500 Menschen in der Kirche auf der Oberflache von 1180 m2. Ein Gebet kann man auf vielen Etagen sprechen. Die Innenausstatung ist sehr prächtich. Den Beitrag zu der Entstehung der Ornamenten, der schlesischen Wappen und Darstellungen der biblischer Szenen und des Adellebens waren Christoph Kalicki, Christian Süßenbach (Świdnica) und Georg Flegel(Jawor). Bis heute sind die Kirchen in Jawor und Świdnica das Eigentum der protestantischen Gemeinde. Besonders lohnt es sich, die Kirche zu besuchen, wenn die Orgel erklingen. Seit 2000 wird jährlich ein Bach-Festival veranstaltet.
Holzkirchen im südlichen Kleinpolen, 2003
Die Route der Holzarchitektur ist eine 1500 km lange Strecke. Bemerkenswert ist hier der Holzkirchenkomplex. Nach den norwegischen Stabkirchen sind sie die zweitältesten Kirchen ihrer Art Europas.(teilweise stammen sie aus dem XIV Jh) Charakteristisch ist hier die Blokkonstruktion. UNESCO zeichnete folgende Kirchen aus: Pfarrkirche des Erzengels Michael in Binarowa und Allerheiligen-Pfarrkirche in Blizne mit der wertvollen Ausstattung und der inneren Polychromie; die gotische Pfarrkirche des Erzengels Michael in Dębno Podhalańskie, Filialkirche Mariä Himmelfahrt in Haczów (das größte, gotische Gotteshaus Europas), Friedhofskirche St. Leonard in Lipnica Murowana und Filialkirche St. Philippus und Jakobus in Sekowa (benannt eine Perle von Beskid Niski, nach landläufiger meinung die schönste Kirche in Kleinpolen)
Musakowski Park, 2004
Er ist der größte Landschaftspark Zentraleuropas im englischen Stil auf der Oberfläche von 5,45 km2 und gilt als die größte und bekannteste Errungenschaft der Architektur Europas im XIX Jh. Beide Teile, der in Deutschland und der in Polen gelegene, sind durch eine Brücke über die Neiße miteinander verbunden. Aud der deutschen Seite gibt es 200 ha( auch Das Zentrum der parkanlage in Bad Muskau), 800 Hektar gehört zu der polnischen Gemeinde Łęknica. Die endlose Wiesen, die herrlichen Seen und Flüsse, verschlungene Wege scheinen von der Natur gestaltet zu werden. In der Wirklichkeit iast es ein Meisterstück, das von dem deutschen Fürtsen Hermann von Pückler-Muskau errichtet wurde. Er hatte vor, die Natur, die Kultur und Technik in Einklang zu bringen. Er pflanzte die 800 000 Bäume und 42 000 Sträucher an. Um das Geld zu gewinnen, verheiratete er die ältere, reiche Frau. Endlich lässt er sich scheiden. Als er schon am Rande des Bankrotts stand, wurde er gezwungen, die Parkanlage zu veräußern. Der neue Besitzer vergrößerte den Park und die anderen. Fürst pückler-Muskaus nachfolgende Besitzer der Standesherrschaft haben dazu beigetragen, dass 241 ha des Hauptparks zum Naturschutzgebiet erklärt worden ist.
Die Breslauer Jahrhunderthalle(2006)
Das Breslauer Bauwerk, ein Beispiel der Pionierleistungen des Stahlbetonbaus und der Architektur des 20. Jahrhunderts, ist bis jetzt das jüngste polnische Baudenkmal, das es auf der Weltkulturerbeliste gibt. Die Halle zählt knapp 100 Jahre, aber trotzdem ist sie in der Elitegruppe, neben solchen Bauwerken wie die ägyptischen Pyramiden oder monumentale mittelalterliche Burge. Sie wird für das Spitzenbeispiel des Modernismus in Architektur gehalten. Schon am Anfang ihrer Entstehung ist sie berühmt geworden, vor allem dank der Verwendung von Stahlbetonkonstruktion bei ihrem Bau. Das war damals, am Anfang des 20. Jahrhunderts, eine innovative Lösung. Die Halle ist einer der Wendepunkte in Geschichte der Stahlverwendung zur Verstärkung von Baustrukturen.
Die Geschichte ihrer Entstehung hängt zusammen mit dem 100. Jubiläum des Aufrufs An mein Volk, den der preußische König Friedrich Wilhelm III in Breslau herausgegeben hat. Er hat zum allgemeinen Widerstand gegen Napoleon aufgerufen. Man hat beschlossen, dieses Jubiläum mit einer großen Jahrhundertausstellung zu feiern, die die Geschichte und wirtschaftliche Errungenschaften Schlesiens präsentieren sollte. Sie sollte in einem ausgezeichneten Stadtpunkt stattfinden, am Rande des Scheitniger Parks (Park Szczytnicki) und in der Nähe vom Zoologischen Garten. Die Stadt wollte häufiger große Ausstellungen, Messen, kulturelle und Sportveranstaltungen organisieren, deshalb hat man nach einem dazu geeigneten Platz gesucht und man hat einen Wettbewerb für die Einrichtung dieses Geländes ausgeschrieben, in dem aus insgesamt 43 eingebrachten Projekten nur das von dem Breslauer Architekten Stadtbaurat Max Berg akzeptiert worden ist. Dieses kostspielige, originelle und kontoverse Projekt hat sich als das beste erwiesen, obwohl es schon bei den ersten Präsentationen von den Konkurrenten scharf kritisiert worden ist. Trotz dieser Widrigkeiten hat man im Juni 1911 das offizielle Bauerlaubnis erlassen. Die feierliche Eröffnung der Jahrhundertausstellung war im Mai 1913. Zum Zeitpunkt der Fertigstellung der Halle hatte sie das Stahlbetondach mit der weltweit größten Spannweite. Bis heute bedeckt sie die Kuppel von 67 m Durchmesser. Die Halle hat den zweiten Weltkrieg ohne beachtliche Beschädigungen überstanden. Heute finden dort Messen, große Opernaufführungen, Konzerte und Sportveranstaltungen statt.







